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Corte von 2014
"Mit dem spanischen Begriff "corte", zu deutsch "Schnitt/e", bezeichnet Reinhard Wöllmer
eine Serie kleinerer Formate, die von puristischen schwarz-weiß Kontrasten dominiert wird.
Jeweils zwei gleich große, schwarze Scheiben sind axial übereinander auf weißem Grund fixiert.
Bereits der geringe Abstand von 3-4 mm zwischen Scheibe und Bildgrund bedingt einen Schattenwurf,
der diesen Werken Räumlichkeit verleiht. Das "impulsgebende" Element sind jedoch präzise Schnitte,
die mit scharfer Klinge gesetzt, als feine weiße Linien in Erscheinung treten. Sie gliedern die tiefschwarzen
Scheiben und öffnen sie mindestens an einer Kante. In der Regel weist jede Scheibe zwei Schnitte auf.
Wenn sich einzelne Schnitte in der jeweils anderen Scheibe formal fortsetzen, verbinden sie sich,
trotz ihres Abstandes, zu einer durchgängigen Linie. Im Gegensatz dazu bilden die Unterbrechungen,
wenn die "corte" eben nicht aufeinandertreffen, sondern in geringer Entfernung aneinander vorbeilaufen,
kleine "breaks", Wechsel im Rhythmus, die gleichermaßen überraschende wie
stimmige Korrelationen hervorbringen"
Christiane Lischka-Seitz in: Reinhard Wöllmer, Papierarbeiten, Nürnberg 2015. |